Die AG Buchzeit im Kulturkreis hatte zu einem besonderen Abend eingeladen, der über eine reine Lesung hinausging. Im Mittelpunkt stand der Roman „Entstellung des Gesichts. Eine Verirrung“ von Willi van Hengel (2025, kul-ja! publishing).
Schon der Titel regt zum Nachdenken an: Das Gesicht als Ausdruck unserer Wahrnehmung – was passiert, wenn diese Wahrnehmung verändert oder beschädigt wird? Der Roman untersucht Themen wie innere Zerrissenheit, veränderte Perspektiven und die Wirkung von Erschütterung auf Sprache.
Willi van Hengel las Auszüge aus dem Buch. Begleitet wurde er von Magnus Tautz, der das Geschehen am Klavier musikalisch kommentierte, und Edgar Bangert, der mit reduzierter, körperlicher Präsenz neue Blickwinkel eröffnete. Literatur, Musik und Schauspiel ergänzten einander, ohne dass eine Form die andere dominierte.
Auch das anschließende Gespräch war ein zentraler Teil des Abends. Das Publikum interessierte sich für die Entstehung des Romans, die Bedeutung existenzieller Zerstörung und die ethischen Dimensionen des Textes. Außerdem wurde diskutiert, wie die drei Künstler ihre Arbeit so aufeinander abstimmen, dass Sprache, Klang und Körper zusammenwirken. Fragen zu Improvisation und Bühnenpräsenz rundeten die Diskussion ab.
Im stimmungsvoll beleuchteten Rathausfoyer entstand eine offene Atmosphäre, in der Kunst nicht nur präsentiert, sondern auch reflektiert wurde. Ein Abend, der zum Nachdenken anregte und zu weiteren Gesprächen einlud.
Text: Nadja Felscher
Fotos: Detlev Abraham und Stephanie Mattner









