„Ihr habt uns ja was ganz Tolles geboten.“ So bedankten sich die Zuhörer der Buchzeit- Lesung zu Heinrich Heine in der Reihe „Wache Geister“ am letzten Freitag.

Klaus Backhus, Nadja Felscher und Ingrid Gabriel-Abraham hatten sich intensiv mit dem großen deutschen Dichter befasst und nicht nur seine bekanntesten Texte ansprechend präsentiert und in ihren Entstehungszusammenhang eingeordnet, sondern auch ein Bild des Menschen Heine entstehen lassen.
Unter französischer Besatzung lernte er früh freiheitliche, demokratische Werte kennen, unter preußischer Herrschaft aber auch Zensur und Antisemitismus, was ihn letztlich ins französische Exil trieb. Er saß mit seiner politischen Haltung stets zwischen allen Stühlen. Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten war Heine verboten, aber seine Texte so populär, dass sie mit angeblich anonymer Autorenschaft und Umdeutung zu deutschem Volksgut weiterhin präsent waren.
Seine kritische Haltung, seine Warnungen und auch seine berührende Poesie wirken bis heute hochaktuell und gültig. Was für ein kluger, kreativer wacher Geist war dieser Heine!
Text: Ingrid Gabriel-Abraham
